Fotos für die Handwerker-Website: selbst machen oder nicht
Für eine Website braucht ein Handwerksbetrieb keine Hochglanzkampagne, sondern eine Handvoll Bilder, die zeigen, was er macht und wer es macht. Viele davon können Sie selbst fotografieren, einige nicht. Dieser Text sagt, welche Bilder Sie brauchen, wie Sie sie mit dem Handy hinbekommen und worauf Sie bei den Rechten achten sollten.
Fünf Bildarten tragen die ganze Website
Die meisten Handwerker-Websites bestehen aus vier bis sechs Seiten: Startseite, Leistungen, Team, Referenzen, Kontakt. Dafür brauchen Sie keine fünfzig Fotos. Zehn bis fünfzehn brauchbare Bilder reichen, wenn es die richtigen sind.
Die wichtigsten Bilder sind nicht die schönsten, sondern die, die eine Frage des Besuchers beantworten: Macht der so etwas, wie ich es brauche? Wer kommt dann zu mir ins Haus? Wie sieht das Ergebnis aus?
- Arbeitsergebnisse: fertige Bäder, verlegte Böden, montierte Anlagen, gedeckte Dächer. Pro Leistung mindestens eines.
- Vorher-nachher: zwei Bilder derselben Stelle. Am stärksten bei Sanierung und Renovierung.
- Team: ein Gruppenbild und je ein Einzelbild der Leute, die Kundenkontakt haben.
- Betrieb und Fahrzeug: Werkstatt, Lager, der beschriftete Transporter. Das macht den Betrieb greifbar.
- Bei der Arbeit: Hände am Werkstück, jemand auf der Leiter, der Blick in die geöffnete Wand.
Vorher-nachher können Sie nicht nachholen
Vorher-nachher-Paare sind das Überzeugendste, was auf eine Handwerker-Website kommt, und das Einzige, das sich nicht nachträglich erzeugen lässt. Das Vorher-Bild entsteht, bevor Sie das erste Werkzeug auspacken. Danach ist es für immer weg.
Damit das Paar funktioniert, müssen beide Bilder vom selben Punkt kommen. Stellen Sie sich in die Tür, machen Sie das Bild, und merken Sie sich die Stelle. Ein zusätzliches Foto vom Boden, auf dem Sie stehen, hilft dabei mehr als jede Erinnerung. Beim Nachher-Bild stellen Sie sich wieder dorthin, auf dieselbe Höhe, mit derselben Kameraeinstellung.
Planen Sie auf jeder Baustelle zwei Minuten dafür ein. Von zehn Paaren werden drei richtig gut. Das reicht für die Website.
Mit dem Handy kommen Sie weiter, als Sie denken
Ein Handy der letzten Jahre macht Bilder, die für eine Website vollkommen ausreichen. Websites zeigen Fotos klein; auf einem Handybildschirm ist ein Bild wenige Zentimeter breit. Was dort auffällt, sind nicht fehlende Megapixel, sondern Unschärfe, Schieflage und schlechtes Licht.
Die folgenden Punkte bringen mehr als jede neue Kamera:
- Linse abwischen. In der Tasche einer Arbeitshose ist sie fast immer verschmiert. Das kostet mehr Bildqualität als alles andere.
- Nicht zoomen, näher hingehen. Digitaler Zoom vergrößert nur das Rauschen.
- Bedeckter Himmel ist das beste Licht für Außenaufnahmen. Mittagssonne macht harte Schatten, in denen Details verschwinden.
- Nicht gegen das Fenster fotografieren. Stellen Sie sich so, dass das Fenster hinter Ihnen oder seitlich liegt.
- Handy gerade halten. Die Ausrichtungshilfe der Kamera-App hilft; schiefe Türrahmen sieht man auf jedem Bild.
- Querformat für breite Bilder, zusätzlich ein Hochformat vom gleichen Motiv. Das Hochformat braucht man auf dem Handy.
- Zehn Aufnahmen statt einer. Aussortieren ist einfach, nachfotografieren nicht.
- Blitz aus. Innen lieber das Licht anmachen und das Handy aufstützen.
Wo das Handy an die Grenze kommt
Es gibt Motive, bei denen eine Handykamera sichtbar nicht mehr mitkommt. Wenn eines davon für Ihre Website wichtig ist, ist das der Punkt, an dem ein Fotograf sein Geld wert ist, und nur dort.
Ein halber Tag mit einem Fotografen kostet Geld, liefert aber Bilder, die Sie jahrelang verwenden: auf der Website, in Angeboten, auf dem Fahrzeug. Die Preise unterscheiden sich stark. Fragen Sie zwei Anbieter aus der Region und lassen Sie sich Arbeiten aus Ihrem Gewerk zeigen, nicht Hochzeitsbilder.
- Dunkle Räume: Heizungskeller, Dachboden, Technikraum. Hier wird es rauschig und farbstichig.
- Innenräume mit Fenster im Bild. Ihr Auge sieht Raum und Aussicht gleichzeitig, die Handykamera nur eines von beidem.
- Gruppenfotos in der Sonne. Zugekniffene Augen und schwarze Schatten im Gesicht bekommt man nachträglich nicht weg.
- Hohe Fassaden von unten. Das Weitwinkel lässt Häuser nach hinten kippen.
- Bilder, die groß gedruckt werden sollen, etwa für ein Firmenschild oder eine Anzeige.
Teamfotos: bei der Arbeit statt in der Reihe
Die Reihe vor dem Transporter ist in Ordnung, wenn die Gesichter zu erkennen sind und niemand die Sonne im Gesicht hat. Besser funktionieren Bilder, auf denen gearbeitet wird: zwei Leute am Werkstück, einer am Messgerät, jemand im Gespräch mit dem Kunden.
Für die Kontaktseite lohnt sich je ein einzelnes Bild der Leute, die Anrufe annehmen oder zum Kunden fahren. Vor eine neutrale Wand oder ins Tor stellen, im Schatten, Handy im Hochformat, zwei bis drei Meter Abstand. Wer ein Gesicht gesehen hat, ruft leichter an.
Fragen Sie, bevor Sie fotografieren, und sagen Sie, wofür das Bild ist. Das erspart Ihnen die Diskussion, wenn es online steht.
Fahrzeug und Baustelle: Aufräumen ist die halbe Aufnahme
Beim Transporter gilt: gewaschen, frei stehend, Beschriftung lesbar, kein fremdes Auto im Bild. Fotografieren Sie leicht von der Seite, dann sieht man Front und Fläche. Das Kennzeichen können Sie im Bild lassen oder unkenntlich machen, beides ist üblich.
Auf der Baustelle kostet Aufräumen zwei Minuten und entscheidet über das Bild: Kaffeebecher, Verpackungsmüll und herumliegende Kabel weg, Werkzeug hinlegen statt hinwerfen. Und wer auf dem Bild arbeitet, trägt die Schutzausrüstung, die er auch sonst tragen soll. Ein Foto ohne Helm auf dem Dach sagt dem Kunden etwas über den Betrieb, und Ihren Mitarbeitern auch.
Bildrechte: die Punkte, die in der Praxis vorkommen
Dieser Abschnitt ist eine Übersicht und ersetzt keine Rechtsberatung. Wenn Sie unsicher sind oder tatsächlich Ärger haben, fragen Sie einen Anwalt oder Ihre Innung. Das ist billiger als ein Streit.
- Personen: Wer erkennbar auf einem Bild ist, muss der Veröffentlichung zustimmen. Bei Mitarbeitern ist eine kurze schriftliche Einwilligung üblich, und sie kann widerrufen werden. Klären Sie gleich mit, was passiert, wenn jemand den Betrieb verlässt.
- Kundenobjekte: Für Bilder aus einer Wohnung oder einem Haus brauchen Sie die Erlaubnis von Eigentümer oder Mieter. Am einfachsten beim Auftrag ansprechen und zwei Zeilen dazu festhalten.
- Fremde Bilder: Keine Fotos aus der Bildersuche, von Herstellerseiten oder von der Website eines Mitbewerbers. Produktbilder gibt der Hersteller oft frei, dann aber nachfragen und die Bedingungen lesen.
- Stockfotos: Erlaubt, wenn die Lizenz passt. Sie sind aber meist als solche erkennbar und stehen gleichzeitig auf anderen Websites. Ein mittelmäßiges eigenes Foto wirkt in der Regel besser als ein perfektes fremdes.
- Luftbilder: Für Drohnenaufnahmen gelten eigene Regeln, etwa zu Kennzeichnung, Erlaubnis und Abstand. Wenn Sie das nicht selbst betreiben, beauftragen Sie jemanden, der es darf.
Dateien: Größe, Format, Namen
Handybilder sind in ihrer Originalgröße zu groß für eine Website. Ein Foto mit vier oder fünf Megabyte lädt bei schlechtem Mobilfunk langsam, und genau dort schaut Ihr Kunde.
Geben Sie dem, der die Website baut, trotzdem die Originale in voller Größe und unbearbeitet. Das Verkleinern und Umwandeln gehört zum Website-Bau; aus einem Bild mit mehreren Megabyte wird dabei eines von einigen hundert Kilobyte, ohne sichtbaren Verlust. Wenn Sie selbst verkleinern: lange Kante etwa 2000 Pixel, als JPEG.
Zwei praktische Dinge: Schicken Sie Bilder nicht über Messenger, dort werden sie stark komprimiert. Nehmen Sie die Dateien aus der Galerie und laden Sie sie hoch oder legen Sie sie auf einen Stick. Und benennen Sie sie nach Inhalt statt IMG_4711, denn Sie suchen das Bild in zwei Jahren wieder. Auf iPhones lohnt sich außerdem die Einstellung Maximale Kompatibilität in der Kamera, sonst entstehen HEIC-Dateien, die manche Programme nicht öffnen.
Warten Sie mit der Website nicht auf die Fotos
Es kommt öfter vor, dass ein Website-Projekt monatelang liegen bleibt, weil die Bilder fehlen. Das ist der falsche Grund zu warten. Eine Website mit acht ehrlichen Handybildern ist online und wird gefunden; eine perfekte Website im Entwurf bringt niemandem etwas.
Ein gangbarer Weg: starten Sie mit dem, was auf Ihrem Handy liegt. Nehmen Sie sich dann vor, drei Monate lang auf jeder Baustelle zu fotografieren, und tauschen Sie die schwächsten Bilder nach und nach aus. Das kostet Sie nichts außer Aufmerksamkeit und führt meist zu besseren Bildern als ein einzelner Fototermin.
Kurz gefasst
Fangen Sie bei der nächsten Baustelle an: ein Bild vor dem Beginn, eines nach der Abnahme, beide vom selben Punkt. Linse abwischen, Baustelle aufräumen, den Kunden vorher fragen, die Originale in einem Ordner sammeln. Nach drei Monaten haben Sie mehr brauchbare Bilder, als eine Website braucht.
Häufige Fragen
Reicht die Kamera meines Handys wirklich für eine Website?
Für die meisten Motive ja. Websites zeigen Bilder klein, und ein Handy der letzten Jahre löst dafür mehr als genug auf. Grenzen hat es bei wenig Licht, bei Innenräumen mit Fenster im Bild und bei Motiven, die später groß gedruckt werden sollen.
Muss ein Mitarbeiter zustimmen, wenn er auf der Website zu sehen ist?
Erkennbare Personen müssen der Veröffentlichung zustimmen; bei Mitarbeitern ist eine kurze schriftliche Einwilligung üblich, und sie lässt sich widerrufen. Regeln Sie am besten gleich mit, was beim Austritt aus dem Betrieb passiert. Das ist eine Übersicht und ersetzt keine Beratung.
Wie frage ich Kunden nach der Erlaubnis für Baustellenbilder?
Am besten beim Auftrag und nicht hinterher: ein Satz, dass Sie das Ergebnis fotografieren und auf Ihrer Website zeigen möchten, ohne Adresse und ohne Namen. Die meisten stimmen zu, wenn klar ist, dass das Objekt nicht zuzuordnen ist. Halten Sie die Zusage schriftlich fest, zwei Zeilen genügen.
Wie viele Fotos brauche ich für den Anfang?
Zehn bis fünfzehn, wenn sie die wichtigsten Leistungen, das Team und je ein Arbeitsergebnis abdecken. Ein starkes Vorher-nachher-Paar wiegt mehr als fünf Detailbilder vom gleichen Werkstück. Nachliefern können Sie jederzeit.