Google-Profil oder Website: Was bringt mehr?
Wer im Internet gefunden werden will, steht vor zwei Möglichkeiten: dem kostenlosen Eintrag bei Google und der eigenen Website. Beides leistet Unterschiedliches, beides hat Grenzen. Dieser Text vergleicht die zwei Wege für Betriebe mit zwei bis zwanzig Mitarbeitern und sagt, in welcher Reihenfolge sie sich meistens lohnen.
Die beiden Dinge beantworten verschiedene Fragen
Ein Google-Unternehmensprofil ist der Eintrag, der rechts neben den Suchergebnissen und in der Kartenansicht erscheint: Name, Branche, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Bewertungen, Fotos. Es ist kostenlos und gehört zu Google. Eine Website ist eine Adresse, die Ihnen gehört, mit Inhalten, die Sie bestimmen.
Das Profil beantwortet die Frage: Gibt es hier in der Nähe jemanden, der das macht? Die Website beantwortet die Frage: Ist das der Richtige für meinen Fall? Das sind zwei verschiedene Momente im Kopf eines Kunden, und sie liegen oft nur Sekunden auseinander.
Die Frage lautet deshalb selten wirklich entweder-oder. Sie lautet: Womit fange ich an, wenn ich diesen Monat nur für eine Sache Zeit habe?
Das Profil ist für die meisten Betriebe der schnellere Hebel
Wer in Biberach oder Umgebung nach einem Handwerker sucht, tippt meistens etwas wie Elektriker Biberach ins Handy. Google zeigt darauf zuerst eine Karte mit drei Einträgen. Diese Plätze werden aus Unternehmensprofilen gefüllt, nicht aus Websites. Ohne Profil sind Sie dort nicht vorhanden, egal wie gut Ihre Website ist.
Die Einrichtung ist Arbeit von ein bis zwei Stunden. Sie brauchen dafür keine Agentur und kein IT-Wissen. Der Zeitaufwand liegt weniger im Anlegen als im Warten: Google bestätigt, dass es Ihren Betrieb wirklich gibt, per Postkarte, Anruf oder Video. Das dauert je nach Verfahren einige Tage bis wenige Wochen.
Was danach wirkt, ist Pflege, nicht Technik. Ein Profil mit aktuellen Öffnungszeiten, echten Fotos von echten Baustellen und ein paar Bewertungen wird häufiger angeklickt als eines, das seit drei Jahren unangetastet ist.
- Kategorie richtig wählen, sie beeinflusst, bei welchen Suchen Sie auftauchen
- Einsatzgebiet eintragen, wenn Sie zum Kunden fahren statt Laufkundschaft zu haben
- Eigene Fotos statt Bildagentur, an Fahrzeug, Werkstatt und fertiger Arbeit
- Telefonnummer, die tatsächlich jemand abnimmt
- Bewertungen beantworten, auch die kurzen und die unangenehmen
Die Website beantwortet, was im Profil keinen Platz hat
Ein Profil ist ein Formular. Sie können dort keine Leistung ausführlich erklären, keinen Ablauf beschreiben, keine Preisspanne nennen und keine zehn Referenzen mit Vorher-Nachher zeigen. Wer sich zwischen zwei Einträgen entscheidet, klickt genau deshalb auf die Website: Er sucht einen Grund, sich sicher zu fühlen.
Es gibt einen zweiten Zweck, der in Oberschwaben oft schwerer wiegt als die Kundengewinnung: Mitarbeitersuche. Wer sich bei Ihnen bewerben soll, schaut vorher nach, wie es bei Ihnen aussieht. Eine Seite mit offenen Stellen, Fotos vom Team und einer klaren Aussage, was Sie bieten, lässt sich im Unternehmensprofil nicht ersetzen.
Dazu kommen die Dinge, die Sie auf einer eigenen Seite einfach tun dürfen: ein Kontaktformular mit den Angaben, die Sie für ein Angebot brauchen. Eine Preisliste ändern, ohne jemanden zu fragen. Einen Winterdienst bewerben, den Sie erst nächstes Jahr wieder anbieten.
Ehrlicherweise: Wenn Sie ohnehin ausgelastet sind, keine Leute suchen und Ihre Aufträge über Empfehlung kommen, dann bringt Ihnen eine Website kurzfristig wenig. Das ist ein legitimer Zustand, und niemand sollte Ihnen einreden, dass er gefährlich sei.
Das Profil gehört Ihnen nicht, die Website schon
Der wichtigste Unterschied ist kein Marketing-Argument, sondern ein Eigentumsverhältnis. Ihr Unternehmensprofil liegt auf Googles Servern, unter Googles Regeln. Google kann Profile sperren, zusammenlegen oder als dauerhaft geschlossen markieren. Das passiert meist nach einem Hinweis von außen oder nach einer Änderung an Name, Kategorie oder Adresse, und es ist ärgerlich, weil Sie in der Zwischenzeit nicht erreichbar sind und der Widerspruch dauert.
Auch Fremde können Änderungen an Ihrem Eintrag vorschlagen: andere Öffnungszeiten, eine andere Adresse, ein anderer Name. Vieles davon geht automatisch durch. Deshalb lohnt es sich, das Profil gelegentlich anzusehen, statt es einmal anzulegen und zu vergessen.
Bewertungen können Sie nicht löschen. Sie können auf offensichtlich falsche oder beleidigende Bewertungen hinweisen und um Prüfung bitten, aber die Entscheidung trifft Google. Eine sachliche öffentliche Antwort wirkt auf spätere Leser fast immer besser als der Versuch, eine Bewertung wegzubekommen.
Bei einer eigenen Domain und einer eigenen Website haben Sie diese Abhängigkeit nicht. Dafür haben Sie Aufwand: Hosting, Aktualisierung, und die Seite fällt nicht vom Himmel.
Zusammen arbeiten beide besser als jedes für sich
Die beiden Wege stehen sich nicht im Weg. Im Profil steht ein Link auf Ihre Website, und viele Anfragen laufen genau diesen Weg: Karte gesehen, Website geöffnet, Formular ausgefüllt oder angerufen. Umgekehrt ist es sinnvoll, wenn Ihre Website denselben Betriebsnamen, dieselbe Adresse und dieselbe Telefonnummer nennt wie das Profil. Abweichungen zwischen beiden stiften Verwirrung bei Kunden und geben Google widersprüchliche Angaben.
Auch die Bewertungen profitieren: Es ist wesentlich einfacher, nach einem abgeschlossenen Auftrag um eine Bewertung zu bitten, wenn Sie den Link dazu griffbereit haben. Fragen Sie geradeheraus und ohne Gegenleistung. Gekaufte oder mit Rabatten erkaufte Bewertungen verstoßen gegen Googles Richtlinien und sind auch wettbewerbsrechtlich ein Problem.
Wenn Sie beides haben wollen, aber nacheinander vorgehen müssen: erst das Profil, dann die Website. Das Profil kostet nichts außer Zeit und wirkt oft innerhalb weniger Wochen. Die Website ist die größere Investition und trägt langsamer, dafür länger.
Rechtliches im Überblick, ohne Anspruch auf Vollständigkeit
Ein paar Punkte tauchen bei beiden Wegen regelmäßig auf. Für eine geschäftliche Website gilt in Deutschland eine Impressumspflicht, und wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden, etwa über ein Kontaktformular, gehört eine Datenschutzerklärung dazu. Eingebundene Dienste wie eine Google-Karte oder Schriftarten von fremden Servern laden Daten Ihrer Besucher zu Dritten, was üblicherweise eine Einwilligung voraussetzt.
Beim Unternehmensprofil betrifft das vor allem den Umgang mit Bewertungen und Fotos: Fremde Bilder ohne Erlaubnis zu verwenden ist heikel, ebenso Fotos von Kundenobjekten, die erkennbar sind. Und Antworten auf Bewertungen sind öffentlich, auch wenn sie sich wie ein Zweiergespräch anfühlen.
Das ist eine Übersicht, damit Sie die Themen kennen, und ausdrücklich keine Rechtsberatung. Was in Ihrem Fall gilt, klärt eine Anwältin oder ein Anwalt verbindlich.
Eine Reihenfolge, die für die meisten kleinen Betriebe passt
Wenn Sie das Ganze auf eine Handlungsanweisung herunterbrechen wollen, sieht sie für die meisten Betriebe so aus.
- Unternehmensprofil anlegen oder übernehmen und bestätigen lassen, in dieser Woche
- Kategorie, Einsatzgebiet, Zeiten und sechs bis zehn eigene Fotos ergänzen
- Bei den nächsten zehn zufriedenen Kunden nach einer Bewertung fragen
- Zwei bis drei Monate beobachten, wie viele Anrufe darüber kommen
- Erst dann entscheiden, ob eine Website den nächsten Schritt wert ist, und wofür genau: Kunden, Mitarbeiter oder beides
Kurz gefasst
Legen Sie zuerst das Google-Unternehmensprofil an oder übernehmen Sie das bestehende, das kostet Sie nichts außer einem Nachmittag und wirkt schneller als alles andere. Beobachten Sie zwei, drei Monate, was darüber hereinkommt. Wenn danach klar ist, dass Ihnen Antworten auf Kundenfragen, Referenzen oder eine Stellenanzeige fehlen, ist der Zeitpunkt für eine eigene Website gekommen.
Häufige Fragen
Reicht eine Facebook- oder Instagram-Seite statt einer Website?
Für Sichtbarkeit bei jüngeren Kunden kann das etwas bringen, als Ersatz für eine Website nur eingeschränkt. Sie unterliegen dort denselben Abhängigkeiten wie beim Google-Profil, und Inhalte verschwinden nach unten im Verlauf, statt dauerhaft auffindbar zu bleiben. Wer wenig Zeit hat, fährt mit einem gepflegten Unternehmensprofil meistens besser als mit einem Social-Media-Konto, das nach drei Monaten einschläft.
Wie lange dauert es, bis ein Unternehmensprofil Wirkung zeigt?
Das Anlegen dauert ein bis zwei Stunden, die Bestätigung durch Google je nach Verfahren einige Tage bis wenige Wochen. Danach wird es nach und nach in der Kartenansicht ausgespielt. Wie weit oben, hängt unter anderem von der Entfernung zum Suchenden, der gewählten Kategorie und den Bewertungen ab. Verlässliche Zahlen dazu gibt es nicht, weil Google die Gewichtung nicht offenlegt.
Was mache ich mit einer ungerechten schlechten Bewertung?
Zuerst sachlich und kurz öffentlich antworten, ohne Details zum Auftrag auszubreiten. Spätere Leser bewerten Ihre Antwort oft stärker als die Kritik selbst. Wenn die Bewertung klar gegen Googles Richtlinien verstößt, etwa Beleidigungen enthält oder offensichtlich von jemandem stammt, der nie Kunde war, können Sie sie melden. Ob sie entfernt wird, entscheidet Google, und das gelingt nicht immer.
Brauche ich überhaupt etwas, wenn ich ausgelastet bin?
Kurzfristig nicht. Sinnvoll wird es, wenn eine der drei Situationen eintritt: Sie suchen Mitarbeiter, Sie wollen die Art der Aufträge verändern, oder Ihr Empfehlungsnetz wird dünner, weil Stammkunden in Rente gehen. Ein Unternehmensprofil lohnt sich trotzdem fast immer, weil es nichts kostet und dafür sorgt, dass Sie mit richtigen Öffnungszeiten und richtiger Nummer in der Karte stehen.