Biberach Digital · Ratgeber

Warum Ihre Website auf dem Handy langsam ist

Stand: · 1607 Wörter · Biberach Digital

Die meisten Besucher Ihrer Website kommen mit dem Handy, oft unterwegs und mit schlechtem Empfang. Wenn die Seite dann sekundenlang weiß bleibt, verlieren Sie Anfragen, ohne es je zu erfahren. Dieser Artikel erklärt, woran es in der Regel liegt, in welcher Reihenfolge sich eine Reparatur lohnt und wann Sie das Geld besser woanders ausgeben.

Eine langsame Seite kostet Anrufe, nicht Punkte

Ladezeit klingt nach einem Thema für Techniker. Das Problem daran ist aber ein geschäftliches: Wer Ihre Seite aufruft und nichts sieht, geht zurück zur Trefferliste und tippt auf den nächsten Betrieb. Diesen Besucher haben Sie nie gesehen, er taucht in keiner Statistik auf, die Sie sich anschauen, und er ruft auch nicht an, um sich zu beschweren.

Überlegen Sie, wie Leute bei Ihnen landen. Jemand sieht Ihren Wagen auf der Baustelle und sucht abends Ihren Namen. Ein Bekannter empfiehlt Sie, der Kunde tippt den Betriebsnamen ins Handy. Oder jemand sucht nach einem Gewerk in der Umgebung und öffnet drei Treffer nacheinander. In allen drei Fällen ist die Geduld klein und die Alternative einen Fingertipp entfernt.

Dazu kommt die Verbindung. Im Büro hängen Sie im WLAN und die Seite ist sofort da. Ihr Kunde steht vielleicht im Aufzug, im Keller oder auf dem Land zwischen zwei Funkmasten. Die gleiche Seite, die bei Ihnen in einer Sekunde erscheint, braucht dort acht. Deshalb ist der eigene Eindruck fast nie ein brauchbarer Test.

Ein Maß, an dem man sich orientieren kann, ist die Zeit, bis der größte sichtbare Inhalt auf dem Bildschirm steht, meist das Bild oben oder die Überschrift. Google nennt in seinen eigenen Messwerkzeugen alles bis etwa zweieinhalb Sekunden gut und alles über vier Sekunden schlecht. Das ist kein Naturgesetz, aber eine brauchbare Messlatte.

Bilder sind fast immer die Ursache

Wenn eine Handwerker-Website langsam lädt, liegt es in den allermeisten Fällen an den Fotos. Der Grund ist banal: Ein Foto aus einem aktuellen Handy hat mehrere Megabyte und eine Kantenlänge von mehreren tausend Bildpunkten. Angezeigt wird es auf einem Handydisplay, das vielleicht tausend Bildpunkte breit ist. Der Rest wird übertragen und dann weggeworfen.

Wer die Bilder selbst über einen Baukasten oder ein Redaktionssystem hochlädt, merkt davon nichts. Die Seite sieht richtig aus. Dass die Startseite dabei auf fünfzehn Megabyte angewachsen ist, sieht man ihr nicht an, solange man sie im Büro-WLAN betrachtet.

Die Reparatur ist unspektakulär und wirkt sofort. Jedes Bild wird auf die Größe gebracht, in der es tatsächlich erscheint, und in einem modernen Format gespeichert, das bei gleicher Bildqualität deutlich weniger Platz braucht. Bilder, die erst weiter unten auf der Seite stehen, werden erst geladen, wenn der Besucher dorthin scrollt. Jeder Dienstleister, der Ihre Seite betreut, kann das an einem Vormittag erledigen.

Ein Sonderfall sind Bildergalerien und automatische Diashows auf der Startseite. Eine Diashow mit acht Referenzbildern lädt oft alle acht, bevor der Besucher das erste gesehen hat. Wenn Sie an einer Stelle kürzen wollen, dann dort.

Schriften halten den Text auf, nicht die Seite

Der zweite Posten sind die Schriftarten. Damit Ihre Website überall gleich aussieht, lädt sie die verwendete Schrift als Datei mit. Das ist an sich kein Fehler und in der Regel auch kein großes Datenvolumen. Der Ärger entsteht an zwei Stellen.

Erstens laden viele Seiten mehr Schriftschnitte, als sie brauchen: eine Schrift für Überschriften, eine für den Fließtext, dazu je vier Stärken und alles nochmal kursiv. Gebraucht werden meist zwei oder drei Schnitte. Zweitens wartet der Browser bei ungünstiger Einstellung mit dem Anzeigen des Textes, bis die Schrift da ist. Der Besucher sieht dann eine Seite, auf der Bilder und Farben schon stehen, aber kein einziges Wort. Das lässt sich mit einer einzigen Zeile in der Gestaltungsdatei abstellen, sodass zuerst eine Systemschrift erscheint und die eigene Schrift nachrückt.

Ein Punkt, der nebenbei mitgeht: Schriften, die bei jedem Seitenaufruf von einem Server eines großen Anbieters nachgeladen werden, übertragen dabei die IP-Adresse Ihres Besuchers dorthin. Ein Landgericht hat das 2022 in einem Einzelfall als Verstoß gegen den Datenschutz gewertet, und in der Folge gab es eine Welle von Abmahnschreiben. Wenn die Schriften stattdessen auf Ihrem eigenen Webspace liegen, ist die Frage vom Tisch und die Seite lädt meist sogar schneller. Das ist eine Übersicht und ersetzt keine rechtliche Beratung.

Skripte: was der Baukasten alles mitbringt

Der dritte Posten sind Programmteile, die im Hintergrund mitlaufen. Sie sind der kleinste Posten in Megabyte und oft der größte im Gefühl, weil sie den Browser beschäftigen, statt nur Leitung zu belegen. Das Handy muss diesen Code ausführen, und ein drei Jahre altes Mittelklassegerät braucht dafür ein Vielfaches der Zeit, die Ihr Bürorechner braucht.

Typische Kandidaten: ein Cookie-Banner, das sich vor die Seite legt und selbst erst geladen werden muss. Ein Chat-Fenster unten rechts, das nie jemand benutzt. Eine eingebettete Karte, die den halben Kartendienst mitlädt. Animationen beim Scrollen. Und bei Seiten, die mit einem Baukasten-Aufsatz gebaut wurden, eine ganze Reihe von Erweiterungen, von denen die Seite drei braucht und zwanzig lädt.

Hier ist die ehrliche Antwort unangenehmer als bei den Bildern: Einzelne Erweiterungen lassen sich abschalten, aber wenn die ganze Seite auf einem überladenen Unterbau steht, bringt Aufräumen nur begrenzt etwas. Dann ist irgendwann ein Neubau günstiger als die zehnte Optimierungsrunde. Das ist allerdings auch der Punkt, an dem Ihnen am schnellsten jemand etwas verkaufen will. Lassen Sie sich zeigen, was konkret wie viel bringt, bevor Sie dieser Begründung folgen.

In zehn Minuten wissen Sie, woran es liegt

Sie brauchen dafür kein Werkzeug und keinen Termin. Nehmen Sie Ihr Handy, schalten Sie das WLAN aus, damit das Mobilfunknetz genutzt wird, und rufen Sie Ihre eigene Startseite auf. Zählen Sie mit. Wiederholen Sie das an einer Stelle, an der Sie schlechten Empfang haben. Das ist die Erfahrung Ihrer Kunden.

Für die Diagnose gibt es von Google ein kostenloses Werkzeug namens PageSpeed Insights. Sie geben Ihre Adresse ein und bekommen zwei Dinge: eine Bewertung für Handy und für Rechner, und darunter eine Liste mit den größten Posten. Die Gesamtnote ist weniger interessant als die Liste. Wenn dort oben Einträge zu Bildgrößen und Bildformaten stehen, wissen Sie, wo Sie ansetzen.

Diese Liste können Sie unverändert an denjenigen weitergeben, der Ihre Website betreut, mit der Frage, was davon in welchem Aufwand behoben werden kann. Sie brauchen die Einträge nicht zu verstehen, um diese Frage zu stellen. Wer Ihre Seite gebaut hat, sollte sie beantworten können. Eine Antwort in der Art, dass diese Werte nichts zu sagen hätten, ist ein Hinweis darauf, sich ein zweites Angebot zu holen.

Manchmal ist die Ladezeit gar nicht Ihr Problem

Bevor Sie Geld in die Hand nehmen, lohnt eine Zwischenfrage: Wie viele Leute kommen überhaupt auf Ihre Seite? Wenn es dreißig im Monat sind, dann ist die Ladezeit nicht Ihr Engpass. Dann ist es die Sichtbarkeit. Eine Seite, die niemand findet, wird durch schnelleres Laden nicht gefunden. In dem Fall bringt ein gepflegtes Unternehmensprofil bei Google mehr als jede Optimierung.

Umgekehrt gilt: Wenn Ihre Seite Besucher hat und die Anfragen trotzdem ausbleiben, kann die Ladezeit ein Grund sein, muss es aber nicht. Eine gut erreichbare Telefonnummer, klare Angaben dazu, was Sie machen und wo, und ein kurzes Formular sind oft die größeren Hebel.

Und noch etwas: Der häufigste Fall, den wir sehen, ist eine Seite, die im Kern in Ordnung ist und an drei Bildern krankt. Dafür brauchen Sie keine neue Website und keine Agentur. Schreiben Sie Ihrem bisherigen Dienstleister, was Sie gemessen haben, und lassen Sie es richten. Wenn das nicht geht oder niemand mehr erreichbar ist, reden wir gern. Aber nicht vorher.

Kurz gefasst

Rufen Sie Ihre eigene Seite einmal mit dem Handy über das Mobilfunknetz auf und zählen Sie mit, wie lange es dauert. Lassen Sie danach die kostenlose Messung von Google laufen und geben Sie die Liste an denjenigen weiter, der Ihre Website betreut. In neun von zehn Fällen stehen dort die Bilder ganz oben, und damit ist die Sache an einem Vormittag erledigt.

Häufige Fragen

Wie schnell muss meine Website auf dem Handy sein?

Eine feste Pflicht gibt es nicht. Als Orientierung gilt in den Messwerkzeugen von Google: Der größte sichtbare Inhalt sollte nach etwa zweieinhalb Sekunden stehen, über vier Sekunden gilt als schlecht. Wichtiger als die genaue Zahl ist, dass der Besucher sofort etwas sieht und nicht in eine weiße Fläche schaut.

Verbessert eine schnellere Seite meine Platzierung bei Google?

Ladezeit ist einer von vielen Faktoren, die Google berücksichtigt, und nicht der schwerste. Inhalt und Verlässlichkeit der Angaben wiegen mehr. Erwarten Sie also keinen Sprung in der Trefferliste, nur weil die Seite schneller geworden ist. Der eigentliche Gewinn ist, dass Besucher bleiben, die sonst abgesprungen wären.

Mein Anbieter sagt, die Seite sei schnell. Das Messwerkzeug zeigt rot. Wer hat recht?

Wahrscheinlich beide, nur messen sie Verschiedenes. Ihr Anbieter schaut am Schreibtisch mit schneller Leitung, das Werkzeug simuliert ein Mittelklasse-Handy im Mobilfunknetz. Der zweite Fall trifft auf Ihre Kunden eher zu. Bitten Sie um eine Antwort auf die konkreten Einträge in der Liste, nicht auf die Gesamtnote.

Muss ich die Website dafür neu bauen lassen?

In den meisten Fällen nicht. Bilder, Schriften und einzelne Erweiterungen lassen sich an einer bestehenden Seite korrigieren, und damit ist der größte Teil des Problems erledigt. Ein Neubau wird erst dann zum günstigeren Weg, wenn der technische Unterbau selbst die Bremse ist. Lassen Sie sich das in dem Fall an konkreten Posten zeigen.