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Was kostet eine Website für einen Handwerksbetrieb?

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Wer eine Website anfragt, bekommt Angebote zwischen ein paar hundert und mehreren zehntausend Euro. Der Text erklärt, woraus sich diese Summen zusammensetzen, welche Kosten jedes Jahr wiederkommen und an welchen Stellschrauben der Preis tatsächlich hängt. Gedacht für Inhaber kleiner Betriebe, die vor der Entscheidung stehen und keine Zeit für Vergleichsportale haben.

Der Preis besteht aus vier Posten, nicht aus einem

Angebote lassen sich schlecht vergleichen, solange man nur auf die Endsumme schaut. Sinnvoller ist es, die Kosten in vier Blöcke zu zerlegen und jeden einzeln zu bewerten. Erstens der einmalige Bau: Konzept, Gestaltung, Programmierung, Einrichtung. Zweitens die laufende Technik: Domain, Hosting, E-Mail-Postfächer, Sicherheitsaktualisierungen. Drittens die laufenden Inhalte: neue Referenzen, geänderte Öffnungszeiten, Stellenanzeigen. Viertens, und völlig optional, die Sichtbarkeit: Werbeanzeigen, Einträge in Portalen, Suchmaschinenoptimierung.

Die meisten Enttäuschungen entstehen, weil ein Angebot nur Block eins abdeckt und die Blöcke zwei und drei stillschweigend beim Betrieb landen. Fragen Sie deshalb bei jedem Angebot nach, was nach der Freischaltung monatlich anfällt und wer welche Aufgabe übernimmt. Ein seriöser Anbieter kann das in zwei Sätzen beantworten.

Die einmalige Summe ist Aufwand mal Stundensatz

Für eine Website gibt es keinen Listenpreis. Jede seriöse Kalkulation läuft darauf hinaus, dass jemand Stunden schätzt und mit einem Satz multipliziert. Stundensätze von Einzelselbständigen und kleinen Agenturen in Deutschland liegen üblicherweise im Bereich von etwa 60 bis 140 Euro; größere Agenturen mit eigenem Konzept-, Text- und Gestaltungsteam liegen darüber. Diese Spanne ist keine Statistik, sondern schlicht das, was ein Betrieb mit Personal, Software und Haftpflicht kostendeckend abrechnen muss.

Der Aufwand für eine überschaubare Handwerkerseite mit Startseite, drei bis sechs Leistungsseiten, Referenzen, Kontaktformular und Rechtstexten liegt erfahrungsgemäß bei etwa 25 bis 60 Arbeitsstunden, wenn Texte und Fotos aus dem Betrieb kommen. Daraus ergibt sich eine typische einmalige Spanne von etwa 2.000 bis 6.000 Euro. Kommen Texterstellung, ein Fototermin, ein aufwendigeres Gestaltungskonzept oder mehrere Abstimmungsrunden dazu, sind 6.000 bis 15.000 Euro nicht unplausibel.

Nach unten gibt es die Baukastenlösung. Wer Wix, Jimdo, IONOS oder ein vergleichbares System selbst bedient, zahlt keine Bauleistung, sondern nur die monatliche Gebühr von grob 10 bis 40 Euro. Der Preis wandert damit vollständig in Ihre eigene Zeit. Zwei bis vier Wochenenden sollten Sie einplanen, wenn Sie es ordentlich machen wollen.

Rechnen Sie Mietmodelle immer hoch. Ein Angebot über 99 Euro im Monat bei 48 Monaten Laufzeit ist ein Vertrag über 4.752 Euro. Das kann fair sein, wenn Pflege, Hosting und Änderungen enthalten sind. Es ist es nicht, wenn Sie am Ende weder die Domain noch die Daten mitnehmen können.

Die laufenden Kosten sind niedrig, aber sie hören nie auf

Die reine Technik ist der kleinste Posten. Eine .de-Domain kostet je nach Anbieter etwa 10 bis 30 Euro im Jahr. Ein Hosting-Paket, das für eine Handwerkerseite ausreicht, liegt bei etwa 5 bis 25 Euro im Monat, inklusive E-Mail-Postfächern. Ein Sicherheitszertifikat für die Verschlüsselung ist heute bei jedem ernstzunehmenden Anbieter kostenfrei enthalten; wer es Ihnen gesondert in Rechnung stellt, sollte das begründen können.

Teurer wird es bei der Wartung, und zwar abhängig von der Technik. Eine Website auf Basis eines Redaktionssystems wie WordPress braucht regelmäßige Aktualisierungen von System, Erweiterungen und Vorlagen, sonst wird sie zum Sicherheitsproblem. Wartungsverträge dafür bewegen sich meist zwischen 20 und 100 Euro im Monat. Eine technisch schlanke Seite ohne Redaktionssystem hat diesen Posten kaum, dafür können Sie Änderungen nicht selbst vornehmen.

Der dritte laufende Posten ist Ihre eigene Zeit oder die eines Dienstleisters für die Inhalte. Eine Website, die drei Jahre lang nicht angefasst wird, verliert ihren Nutzen unabhängig davon, wie gut sie gebaut war. Planen Sie realistisch ein bis zwei Stunden im Quartal ein, oder beauftragen Sie es.

Vier Dinge treiben den Preis, drei davon liegen bei Ihnen

Der größte Kostentreiber ist der Umfang. Nicht die Startseite kostet Geld, sondern die zwölfte Unterseite. Jede zusätzliche Leistungsseite braucht Text, Bilder, Aufbau und Abstimmung. Wer mit sechs Seiten startet und nach einem Jahr erweitert, zahlt insgesamt oft weniger als jemand, der sofort alles will und die Hälfte davon nie füllt.

Der zweite Treiber sind Texte und Fotos. Das ist der Posten, den Betriebe am stärksten unterschätzen und am stärksten selbst beeinflussen können. Wenn Sie brauchbare Baustellenfotos und eine ehrliche Beschreibung Ihrer Leistungen liefern, sparen Sie leicht einen vierstelligen Betrag. Handyfotos in guter Auflösung sind dafür oft ausreichend. Wenn der Dienstleister texten und fotografieren muss, sind ein Fototermin ab etwa 500 Euro und Texterstellung nach Aufwand realistisch.

Der dritte Treiber sind Sonderfunktionen. Ein Kontaktformular ist Standard. Ein Angebotsrechner, eine Terminbuchung mit Kalenderanbindung, ein Kundenbereich oder eine Anbindung an Ihre Handwerkersoftware sind eigene Projekte und können den Preis verdoppeln. Prüfen Sie vorher ehrlich, ob Sie die Funktion nutzen werden.

Der vierte Treiber ist die Abstimmung. Jede zusätzliche Korrekturschleife kostet Stunden. Wenn im Betrieb drei Personen mitreden und niemand entscheidet, wird das Projekt teuer, ohne dass die Website besser wird. Benennen Sie eine Person, die freigibt.

Wann eine Agentur nicht die richtige Antwort ist

Es gibt Fälle, in denen sich eine gebaute Website betriebswirtschaftlich nicht rechnet. Wenn Sie auf Jahre ausgelastet sind, ausschließlich über Empfehlungen arbeiten und weder Personal suchen noch neue Auftraggeber, dann brauchen Sie im Zweifel einen sauberen Eintrag bei einem Kartendienst mit Telefonnummer, Öffnungszeiten und ein paar Fotos. Das kostet nichts außer einer Stunde Ihrer Zeit und deckt einen großen Teil der Anrufe ab.

Wenn Sie eine Website brauchen, aber vor allem als digitale Visitenkarte, ist ein Baukastensystem eine ehrliche Option. Sie zahlen 10 bis 40 Euro im Monat und investieren eigene Zeit. Das Ergebnis wird selten herausragend, aber es funktioniert und ist jederzeit von Ihnen selbst änderbar.

Ein Dienstleister lohnt sich, wenn die Website eine Aufgabe hat: qualifizierte Anfragen bringen, Bewerbungen erzeugen, eine Leistung erklären, die erklärungsbedürftig ist. Dann geht es nicht mehr um Seitenaufbau, sondern um Struktur, Formulierung und Auffindbarkeit, und dafür zahlt man Fachleute. Wer Ihnen eine Website verkauft, ohne nach dieser Aufgabe zu fragen, verkauft Ihnen Seiten und keine Lösung.

Rechtliche Pflichten kosten meist Zeit, nicht Geld

Jede geschäftlich genutzte Website in Deutschland braucht ein Impressum und eine Datenschutzerklärung. Wenn Sie ein Kontaktformular einsetzen, Schriften oder Karten von externen Anbietern einbinden oder Statistikwerkzeuge nutzen, kommen Einwilligungen und Hinweise dazu. Das ist kein großer Kostenblock, aber es ist auch nicht umsonst: Rechnen Sie mit einigen Stunden Einrichtung oder mit dem Preis eines Generators im niedrigen zweistelligen Bereich pro Jahr.

Zum Thema Barrierefreiheit gibt es seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz Bewegung. Es richtet sich vor allem an Anbieter bestimmter Dienstleistungen und Produkte gegenüber Verbrauchern, insbesondere im elektronischen Geschäftsverkehr, und sieht Ausnahmen für Kleinstunternehmen vor. Eine reine Informationsseite eines Handwerksbetriebs ohne Onlineverkauf fällt in vielen Fällen nicht darunter. Ob das für Ihren Betrieb gilt, hängt an Ihrer Größe und daran, was Sie über die Website anbieten.

Dieser Abschnitt ist eine Übersicht und ersetzt keine Rechtsberatung. Wenn Sie über die Website verkaufen, Termine mit Kundendaten verarbeiten oder unsicher sind, lassen Sie es einmal fachlich prüfen. Das ist deutlich günstiger als eine Abmahnung.

Woran Sie ein Angebot erkennen, das nicht aufgeht

Angebote ohne Aufwandsschätzung sind schwer zu prüfen. Sie müssen keine Stundenzettel sehen, aber Sie sollten erkennen können, welche Leistungen enthalten sind und was danach kommt. Ein Pauschalpreis ohne Leistungsbeschreibung führt fast immer zu Nachträgen.

Achten Sie außerdem auf die Eigentumsfrage. Domain, Inhalte und Zugangsdaten sollten auf Ihren Namen laufen oder jederzeit auf Sie übertragbar sein. Wenn ein Anbieter das nicht schriftlich zusagt, sind Sie bei jeder späteren Entscheidung von ihm abhängig. Ebenso sollten Sie fragen, was passiert, wenn Sie kündigen: Bekommen Sie eine Datensicherung, bleibt die Domain bei Ihnen, wie lange läuft die Seite noch?

Und misstrauen Sie garantierten Ergebnissen. Niemand kann Ihnen einen bestimmten Platz bei einer Suchmaschine oder eine Anzahl Anfragen zusichern. Wer es trotzdem tut, verkauft Ihnen ein Versprechen, das er nicht einhalten kann.

Kurz gefasst

Rechnen Sie vor dem ersten Anruf grob durch, was Sie über drei Jahre ausgeben wollen, und schreiben Sie in drei Sätzen auf, was die Website leisten soll. Mit diesen beiden Angaben lässt sich jedes Angebot in wenigen Minuten prüfen. Und sammeln Sie schon einmal Ihre besten Baustellenfotos: Das ist der Posten, an dem Sie am meisten Geld sparen.

Häufige Fragen

Was kostet die günstigste Variante, die trotzdem seriös ist?

Ein Baukastensystem in Eigenarbeit: etwa 10 bis 40 Euro im Monat zuzüglich Domain, dazu zwei bis vier Wochenenden Ihrer Zeit. Damit bekommen Sie eine funktionierende Seite mit Leistungen, Kontakt und Rechtstexten. Ordentlich wird sie, wenn Sie sich bei Texten und Fotos Mühe geben; daran scheitert es häufiger als an der Technik.

Warum liegen zwei Angebote für dieselbe Website oft um den Faktor drei auseinander?

Weil unterschiedliche Leistungen darin stecken. Das eine Angebot setzt eine gekaufte Vorlage auf und übernimmt Ihre Texte, das andere enthält Konzept, Texterstellung, Fotos und mehrere Abstimmungsrunden. Legen Sie beide Angebote nebeneinander und markieren Sie, was jeweils fehlt. Meist erklärt sich der Unterschied damit von selbst.

Wie lange hält eine Website, bevor sie neu gemacht werden muss?

Technisch hält eine gepflegte Seite viele Jahre. Gestalterisch wirken Seiten nach etwa fünf bis acht Jahren veraltet, weil sich Bildschirmformate, Sehgewohnheiten und Anforderungen ändern. Ein vollständiger Neubau ist trotzdem selten nötig; oft reichen neue Bilder, überarbeitete Texte und eine Auffrischung der Gestaltung.

Lohnt sich zusätzlich bezahlte Werbung?

Das hängt von Ihrer Auslastung ab. Wenn Sie ausgelastet sind, ist Werbung verschenktes Geld. Wenn Sie in einem umkämpften Bereich neue Auftraggeber suchen, kann sie schnell wirken, kostet aber dauerhaft: Sobald Sie das Budget abschalten, ist die Sichtbarkeit weg. Ein sauberer Karteneintrag und eine Website, die die richtigen Fragen beantwortet, wirken langsamer und bleiben.